Walter de Gruyter 978-3-16-154393-7 - Mohr Siebeck
Wirtschaftswissenschaft

Angelika Königseder

Walter de Gruyter

Ein Wissenschaftsverlag im Nationalsozialismus

2016. XI, 321 Seiten.
59,00 €
Festeinband
ISBN 978-3-16-154393-7
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Wie hat der Wissenschaftsverlag Walter de Gruyter sich bezüglich der ideologischen Neuausrichtung von Staat und Gesellschaft nach der NS-Machtübernahme verhalten? Angelika Königseder zeigt, dass der Verlag sich zwar bemühte, die Qualitätsstandards eines wissenschaftlichen Universalverlages aufrecht zu erhalten, er aber die Nähe zu staatlichen Institutionen suchte und das Regime akzeptierte, daran partizipierte und davon profitierte.
Der Wissenschaftsverlag Walter de Gruyter agierte während der NS-Herrschaft überaus erfolgreich. Angelika Königseder zeigt, wie er unter der Führung von Herbert Cram die ideologische Neuausrichtung von Staat und Gesellschaft akzeptierte, daran partizipierte und erheblich davon profitierte. Der deutschnational gesinnte Herbert Cram war kein Nationalsozialist, das hinderte ihn aber nicht daran, sich als Verleger mit den neuen Machthabern zu arrangieren. Der Verlag bemühte sich einerseits darum, die Qualitätsstandards eines wissenschaftlichen Universalverlages aufrecht zu erhalten, suchte aber zugleich die Nähe zu staatlichen Institutionen und dort angesehenen Wissenschaftlern. Er trennte sich in vorauseilendem Gehorsam von jüdischen und politisch missliebigen Autoren und Herausgebern, ohne vorhandene Handlungsspielräume zu nutzen. Wenn Autoren dem ökonomischen Erfolg eines Projektes im Wege zu stehen schienen, rückte der Verlag von ihnen ab. Die Geschäftspolitik des Verlages Walter de Gruyter unterschied sich damit nicht von der vieler anderer mittelständischer Unternehmen im nationalsozialistischen Deutschland.
Personen

Angelika Königseder Geboren 1966; Studium der Politikwissenschaften und Geschichte; 1996 Promotion; 1991–2010 in verschiedenen Projekten am Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin; seit 2011 freiberuflich als Historikerin, Lektorin und Kuratorin von Ausstellungen zur NS-Zeit.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Neue Zürcher Zeitung — 31. August 2016 (Christoph Jahr)
In: FAZ – Redaktion NSB — 10. August 2016, S. 10 (Reinhard Wittmann)
In: Historische Zeitschrift — 305 (2017), S. 891–893 (Hendrik Thoß)
In: H-Soz-u-Kult — http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2017–1-008 (Wiebke Wiede)
In: Das Historisch-Politische Buch — 64 (2016), S. 542–543 (Dirk Fleischer)
In: Fachbuchjournal — 2018, Heft 2, S. 67 (Dieter Schmidmaier)
In: Reformatorisch Dagblad — 10. März 2018, S. 9 (Hermann J. Selderhuis)
In: Neue politische Literatur — 62 (2017), S. 148–149 (Walter H. Pehle)
In: Der Tagesspiegel — 8. Juni 2016 (Angelika Königseder)
In: Archiv f Geschichte d Buchwesens — 71 (2016), S. 279 (Stefan Rebenich)
In: Zeitschr. f. UnternehmensG — 62 (2017), S. 145–147 (Jonathan Voges)
In: Archiv und Wirtschaft — 50 (2017), S. 43–45 (Kurt Schilde)
In: Theologische Literaturzeitung — 142 (2017), S. 235–238 (Hasko von Bassi)