Max Weber-Gesamtausgabe 978-3-16-153432-4 - Mohr Siebeck
Sozial-/Kulturwissenschaften

Max Weber

Max Weber-Gesamtausgabe

Band I/13: Hochschulwesen und Wissenschaftspolitik. Schriften und Reden 1895–1920
Hrsg. v. M. Rainer Lepsius u. Wolfgang Schluchter in Zus.-Arb. m. Heide-Marie Lauterer u. Anne Munding

2016. XXXIII, 971 Seiten.
399,00 €
Leinen
ISBN 978-3-16-153432-4
lieferbar
Der Band versammelt erstmals über 100 Äußerungen Max Webers zum Hochschulwesen und zur Wissenschaftspolitik. Er dokumentiert seine Einstellung zur Rolle des Hochschullehrers und dessen moralische Pflichten. Leidenschaftlich setzt sich Weber für die Unabhängigkeit der Wissenschaft und zugleich für das Prinzip der Werturteilsfreiheit ein.
Der Band enthält über 100 Äußerungen Max Webers zum Hochschulwesen und zur Wissenschaftspolitik. Er dokumentiert seine Tätigkeit als Hochschullehrer in Freiburg, Heidelberg und später in Wien und München und seine Mitwirkung im Verein für Sozialpolitik, bei der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie sowie seine Reden auf den Deutschen Hochschullehrertagen. Darin kommt Webers Auffassung von der Rolle des Hochschullehrers, wie er sie später in seinem berühmten Vortrag »Wissenschaft als Beruf« idealtypisch schildert, in konkreten Verhaltenssituationen zum Ausdruck. Über wissenschaftliche Leistungen hinaus fordert er persönliche Integrität und die Verwirklichung ideeller Standards. Besonders aufschlussreich sind dabei auch seine Beurteilungen von Kollegen im Rahmen von Berufungslisten. Er fordert für die Fakultäten Unabhängigkeit von staatlichen und klerikalen Einflüssen, aber auch Selbstverantwortung für die in ihnen organisierten Disziplinen. Wissenschaftliche Aussagen sollen strikt nach dem Prinzip der Werturteilsfreiheit erfolgen, und so kämpft er immer wieder und in verschiedenen Zusammenhängen für die Einhaltung dieses Prinzips. Der Band umfasst Texte aus der Zeit von 1895 bis 1920, also fast der ganzen Lebenszeit Webers als Wissenschaftler. Er dokumentiert auch Webers Persönlichkeit und sein großes Engagement bei der Durchsetzung seiner Ideale.
Personen

Max Weber Geboren 1864 in Erfurt; Studium der Jurisprudenz, Geschichte, Nationalökonomie und Philosophie in Heidelberg, Berlin und Göttingen; 1889 Promotion über die Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter; 1891 Habilitationsschrift über Römische Agrargeschichte; Ordinarius für Nationalökonomie in Freiburg (ab 1894) und Heidelberg (ab 1897); Mitherausgeber des Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik und Redakteur des Grundriß der Sozialökonomik; umfassende Beiträge zur Methodologie der Sozialwissenschaften, zur Politik des deutschen Kaiserreichs, zu Wirtschaft, Politik, Religion, Recht und Kunst in universalgeschichtlicher Perspektive; nach langem, krankheitsbedingtem Interim schließlich Professor für Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Nationalökonomie in München (ab 1919); gestorben 1920 in München.

M. Rainer Lepsius (1928–2014) Dr. Dr. h. c., zuletzt Professor emeritus für Soziologie an der Universität Heidelberg; Mitherausgeber der Max Weber-Gesamtausgabe; Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und außerordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Wolfgang Schluchter ist emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Heidelberg und geschäftsführender Herausgeber der Max Weber-Gesamtausgabe.

Heide-Marie Lauterer ist Autorin, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Max Weber-Arbeitsstelle Heidelberg.

Anne Munding ist Redakteurin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Max Weber-Arbeitsstelle München.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: The Sociological Review — 65 (2017), S. 434–436 (John Dreijmanis)
In: FAZ — 7. November 2017, S. 12 (Jürgen Kaube)
In: Theologische Literaturzeitung — 142 (2017), S. 238–240 (Konrad Hammann)
In: Literaturkritik.de — http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=23023 (2/2017) (Dirk Kaesler)
In: Lo Stato — 8 (2017), S. 397–398 (Agostino Carrino)