Islamische und westliche Jurisprudenz des Mittelalters im Vergleich 978-3-16-155659-3 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Islamische und westliche Jurisprudenz des Mittelalters im Vergleich

Hrsg. v. Christian R. Lange, Wolfgang P. Müller u. Christoph K. Neumann

2018. Ca. 320 Seiten.
erscheint im August
ca. 80,00 €
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-155659-3
in Vorbereitung
Boten die westliche und die islamische Rechtwissenschaft von Anfang an, also seit dem Mittelalter, zwei grundverschiedene Formen des wissenschaftlichen Umgangs mit Recht? Mitnichten! Den zwölf Beiträgen des vorliegenden Bandes zufolge ist die ältere Forschung ohne ausreichende Begründung von der Unvereinbarkeit juristischer Tätigkeit in den beiden Kulturen ausgegangen.
Der vorliegende Band vereinigt zwölf Aufsätze, deren Ausarbeitung ursprünglich auf ein im April 2015 an der Münchner Carl Friedrich von Siemens Stiftung abgehaltenes Werkstattgespräch zurückgeht. Zu ihren Verfassern zählen jeweils sechs Experten der islamischen und der westlichen Rechtswissenschaft des Mittelalters. Ihre Beiträge setzen sich nicht zuletzt mit der Frage auseinander, ob anstelle älterer Forschungsansätze, denen zufolge die islamische Scharia vor allem als unterentwickeltes Gegenstück zur westlichen Jurisprudenz (hier in Gestalt des Ius commune) aufzufassen wäre, nicht eher von auffälligen Ähnlichkeiten die Rede sein müsste, die die Entwicklung beider Jurisprudenzen in vormoderner Zeit geprägt haben.
Inhaltsübersicht
Wolfgang P. Müller: Einleitung – Benjamin Jokisch: Scharia und Ius commune: Strukturelle Konvergenzen – Cristof Rolker: Eine Kultur der Ambiguität im Kirchenrecht? Kanonessammlungen des 10. bis 12. Jahrhunderts – Christian Müller: Islamische Jurisprudenz als Gottesrecht. Die schariatische Wende des 12. Jahrhunderts – Thomas Wetzstein: Vom Recht der Kirche zum Recht des Papstes. Beobachtungen zum Strukturwandel des kanonischen Rechts im Mittelalter – Christian R. Lange: Islamisches Recht und öffentliche Ordnung in der Spätzeit des Kalifats (5.-7./11.-13. Jhd.) – Peter Oestmann: Die deutsche Frührezeption des gelehrten Rechts in der sogenannten populären Literatur und der Gerichtspraxis – Norbert Oberauer: Die Tiefenstuktur des Rechts. Zu Wesen und Funktion juristischer »Maximen (qawā'id)« – Andreas Meyer: Das spätmittelalterliche Kirchenrecht – Rüdiger Lohlker: Rechtsgewohnheit als Mechanismus der Innovation im arabischen Recht: Beispiele aus der malikitischen Richtung in Nordwestafrika – Thomas Woelki: Juristische Consilia im Spätmittelalter zwischen Kommerzialisierung und Rechtsfortbildung – Christoph K. Neumann: Nachmitteltalterliche Rechtswissenschaft unter den Osmanen?
Personen

Christian R. Lange ist Professor für arabische und islamische Studien an der Universität Utrecht, Niederlande.

Wolfgang P. Müller ist Professor für Europäische Geschichte des Mittelalters am Department of History der Fordham University in New York.

Christoph K. Neumann ist Professor für Türkische Studien am Institut für den Nahen und Mittleren Osten der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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