Der Höchste 978-3-16-156331-7 - Mohr Siebeck
Theologie

Reinhard Feldmeier

Der Höchste

Studien zur hellenistischen Religionsgeschichte und zum biblischen Gottesglauben

Unveränderte Studienausgabe 2018; Erstausgabe 2014. XIII, 561 Seiten.

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament 330

39,00 €
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-156331-7
lieferbar
»Feldmeiers Überlegungen inspirieren ausdrücklich nicht nur diejenigen, die einen Faible für antike Philosophie und Religionsgeschichte haben, sondern alle, die an einem theologischen Urteil in Kohärenz zu den biblischen Gedanken interessiert sind.«
Simon Blatz in ichthys 32 (2016), S. 203–205
Die hier zusammengestellten Abhandlungen Reinhard Feldmeiers zu Texten und Themen der hellenistischen Religionsgeschichte, des Antiken Judentums und des Neuen Testaments sind bei aller Unterschiedenheit verbunden durch ihr gemeinsames Thema, die von Juden, Christen und Heiden immer wieder neu gestellte Frage nach Gott. Neben exegetischen und religionsgeschichtlichen Untersuchungen wurden dabei auch Vorträge aufgenommen, die auf Tagungen, vor Pfarrkapiteln oder in Gemeinden gehalten wurden.
Titel und Untertitel deuten schon an, dass es um den biblischen Gottesglauben geht, der im Kontext der antiken Religionsgeschichte und Philosophie in einem fortwährenden dialektischen Prozess von Anpassung und Abgrenzung, Abstoßung und Aneignung, Überbietung und Überformung immer wieder neu zur Sprache gebracht wurde. Gerade die Auseinandersetzung mit den 'Heiden' und die sorgfältige Beachtung der Außenperspektive (die nicht zu verwechseln ist mit der ahistorischen Konstruktion eines Kontrastbildes) verhilft dazu, die Konturen des biblischen Zeugnisses umso schärfer wahrzunehmen.
Systematisch ist der Band in drei Hauptteile gegliedert. Der erste widmet sich der Religionsgeschichte der kaiserzeitlichen Antike mit Schwerpunkt auf Plutarch. Der zweite Hauptteil zeichnet nach, wie Juden und Christen in diesem Kontext ihren Glauben an den Gott Israels und den Vater Jesu Christi reflektiert und auf neue Weise zur Sprache gebracht haben. Im dritten Teil ist vor allem die Verbindung des Gottesglaubens mit der Christologie und hier vor allem mit der Passion im Blick.

»Feldmeiers Überlegungen inspirieren ausdrücklich nicht nur diejenigen, die einen Faible für antike Philosophie und Religionsgeschichte haben, sondern alle, die an einem theologischen Urteil in Kohärenz zu den biblischen Gedanken interessiert sind.«
Simon Blatz in ichthys 32 (2016), S. 203–205
Inhaltsübersicht
Zu der Frage nach Gott und zu diesem Buch. Hinführende Überlegungen

1. Der Eine. Philosophie und Religion in der späteren Antike
"Göttliche Philosophie«. Die Interaktion von Weisheit und Religion in der späteren Antike – Philosoph und Priester. Plutarch als Theologe – Philosophischer Glaube und politische Verantwortung. Plutarchs Epikurkritik in De latenter vivendo – Der Gott der Toten als Gott des Lebens. Plutarchs interpretatio Platonica des Osirismythos ( De Iside 76–78) – Der »Lenker und Herr von allem« als »Schöpfer des Rechts".Plutarchs Theodizee – Bildung als Weg zu einem gelingenden Leben. Die Soteriologie der Tabula Cebetis – Göttlicher Geist und Unsterblichkeit der Seele. Die Neubegründung der Unsterblichkeitshoffnung im pseudoplatonischen Axiochos

2. Der Höchste. Biblische Theologie zwischen Abgrenzung und Überbietung
Der Höchste. Das Gottesprädikat Hypsistos in der paganen Religiosität, in der Septuaginta und im lukanischen Doppelwerk – Die stoische Zeusallegorese und das Bekenntnis zum biblischen Gott als dem »Beleber der Toten« – Weise hinter eisernen Mauern. Tora und jüdisches Selbstverständnis zwischen Akkulturation und Abgrenzung im Aristeasbrief – Der oberste Gott als Vater. Plutarch, Dion von Prusa und das Neue Testament – Wenn die Vorsehung ein Gesicht bekommt. Neutestamentliche Transformationen eines philosophischen Theologumenons – Die Wirklichkeit als Schöpfung. Die paulinische Rezeption eines frühjüdischen Theologumenons – Henoch, Herakles und die Himmelfahrt Jesu – »Unvergänglichkeit.« Die soteriologische Transformation eines metaphysischen Gottesprädikats bei Paulus – »Seelenheil«. Die Soteriologie und Anthropologie des 1. Petrusbriefes zwischen biblischer Überlieferung und religiöser Koine – Vom Totengericht zum Jüngsten Gericht

3. Der Heilige. Die Unverfügbarkeit des nahe gekommenen Gottes
Biblischer Monotheismus und Toleranz – Vater versus Töpfer? Zur Identität Gottes im Römerbrief – Der unsichtbare Gott und die menschlichen Sinne – Gott und die Zeit – Gottes Torheit? Deutungen des Todes Jesu im Neuen Testament – Der Gekreuzigte im 'Gnadenstuhl'- Theodizee? Biblische Überlegungen zu einem unbiblischen Unterfangen – Die Erfahrung der Gottesfinsternis und die Verortung des Schrecklichen in Christus – Ränder des Gottesglaubens: Die Engel – Der Heilige. Rudolf Ottos Impulse für eine biblische Gotteslehre
Personen

Reinhard Feldmeier Geboren 1952; Promotion und Habilitation in Tübingen; Pfarrer der bayerischen Landeskirche; 1992–95 Professur in Koblenz; 1995–2002 Professur in Bayreuth; seit 2002 Professor für Neues Testament in Göttingen; Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

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