Anton Friedrich Justus Thibaut (1772–1840) 978-3-16-154996-0 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Anton Friedrich Justus Thibaut (1772–1840)

Bürger und Gelehrter
Hrsg. v. Christian Hattenhauer, Klaus-Peter Schroeder u. Christian Baldus

89,00 €
Leinen
ISBN 978-3-16-154996-0
lieferbar
Anton Friedrich Justus Thibaut (1772–1840) war einer der bedeutendsten und populärsten Rechtslehrer des 19. Jahrhunderts. Seinem Leben und Werk, das lange im Schatten des sogenannten 'Kodifikationsstreits' um die deutsche Rechtseinheit stand, widmet sich dieser Forschungsband.
Anton Friedrich Justus Thibaut war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer der führenden Rechtswissenschaftler Deutschlands und als begnadeter akademischer Lehrer die prägende Persönlichkeit der Heidelberger Juristischen Fakultät. Er bewahrte eine eigenständige Position gegenüber der dominierenden Historischen Schule Gustav Hugos und Friedrich Carl von Savignys. Deren kodifikationsfeindliche Haltung und Ausrichtung auf das antike römische Recht blieben dem auch der juristischen Praxis und dem späten Vernunftrecht verbundenen Thibaut fremd. Thibauts politisch ohnehin chancenlose Forderung nach einer deutschen Kodifikation des Bürgerlichen Rechts wies von Savigny scharf zurück und nutzte die Gelegenheit, das Programm der Historischen Schule publikumswirksam vorzustellen. Bis heute gilt Thibaut daher verbreitet vor allem als 'Verlierer' dieses 'Kodifikationsstreits' von 1814. 200 Jahre nach diesen Ereignissen waren Persönlichkeit und Werk Thibauts umfassend neu zu würdigen.
Inhaltsübersicht
Klaus-Peter Schroeder: Anton Friedrich Justus Thibaut – Ein deutsches Gelehrtenleben im Umbruch der Epochen – Gerhard Lingelbach: Anton Friedrich Justus Thibauts Jenaer Jahre – Johann Braun: Die Haltung Thibauts zu Promotion, Habilitation und Professur jüdischer Kandidaten – Dörte Kaufmann: Anton Friedrich Justus Thibaut als Vertreter der Ruperto-Carola im Badischen Landtag – Hans-Peter Haferkamp: Thibaut und die Historische Rechtsschule – Rainer Polley: Thibaut im Urteil seiner Lehrstuhlnachfolger des 19. Jahrhunderts Karl Adolph von Vangerow, Bernhard Windscheid und Ernst Immanuel Bekker im Vergleich mit zeitgleichen Würdigungen durch praktische Juristen des In- und Auslandes – Bernd Mertens: Thibauts Rechtsquellenlehre – Stephan Meder: Thibauts Hermeneutik – Andreas Deutsch: Thibaut und die Rechtssprache – Christian Hattenhauer: »Ex mera subiecti personalitate, (aus der Rechtsfähigkeit des Subiects)«. Die natürliche Person bei Anton Friedrich Justus Thibaut – Christoph Becker: Verkauf und Übereignung der Ware bei Anton Friedrich Justus Thibaut – Christian Baldus: »(…) so will ich mich gern mit der kleinen Ehre begnügen, eine träge Masse in Bewegung gebracht zu haben«. Eine Skizze zu Besitz, Eigentum und Methode bei Thibaut – Götz Schulze: Anton Friedrich Justus Thibaut und das französische Recht – Jean-François Gerkens: Rezeption Thibauts in Belgien und Frankreich? – Mario Varvaro: Thibaut in Italien und ins Italienische – Francisco Javier Andrés Santos: »Rezeption« Thibauts in Spanien – Martin Avenarius: Thibaut aus Sicht des russischen Zarenreichs – Harald Pfeiffer: Anton Friedrich Justus Thibaut und die Wiederentdeckung »alter Chormusik« – Nicolaus Cramer: Verzeichnis der Mit- und Nachschriften zu Thibauts Vorlesungen
Personen

Christian Baldus ist Professor für Bürgerliches Recht und Römisches Recht in Heidelberg. Regelmäßig Gastprofessor in Trient.

Christian Hattenhauer ist Ordinarius für Bürgerliches Recht und Rechtsgeschichte an der Universität Heidelberg.

Klaus-Peter Schroeder ist Professor für Deutsche Rechtsgeschichte an der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg und Präsident der Heidelberger Rechtshistorischen Gesellschaft.

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